Erkenntnis: direkt vs naturwissenschaftlich PDF Drucken E-Mail

Stellt man sich einen Baum vor, mag man Assoziationen von Größe, grünem Laub, Stille, dem Rauschen des Windes, von Schatten und Ruhe oder Erholung haben. Diese unmittelbare Wirkung, die allein die Vorstellung hervorruft, betrifft die Wirklichkeit des Baumes.
Naturwissenschaften sehen den Baum als eine komplexe Ansammlung von Zellen, der Baum produziert Sauerstoff (der für uns lebenswichtig ist) mit komplexen Mechanismen (Photosynthese), etc. Dies, so könnte man sagen, ist die Realität des Baumes, aus dem lateinishen "res" Sache, Ding - das Stoffliche.
Tatsächlich ist die naturwissenschaftliche Sicht auf den Baum eine vermittelte. Sie enternt sich mehr und mehr von dem, was wir im Ganzen als Baum wahrnehmen und verästelt sich in immer abstraktere Einzelaspekte, die schließlich mit dem Eindruck von "Baum" kaum mehr etwas zu tun haben. Dabei müssen wir zu einem großen Teil auf Erlerntes (durch Hörensagen) zurückgreifen oder gar auf komplexe Werkzeuge, durch die eine naturwissenschaftliche Betrachtungsweise des Baumes erst ermöglicht wird.