Geschichte ist das Bild vom versunkenen Dasein der Vorzeit, sie berichtet vom Leben und Sterben der Völker und Staaten. Der Abgrund der Zeit liegt zwischen dem Heute und Gestern, und in seiner Tiefe dämmern die Schatten der Heiligen und Dämonen, der Helden und Verderber, der Gelehrten, Dichter, Baumeister, Maler und Musiker, der Staatsmänner, Volksführer und Fürsten der Erfinder und Vorkämpfer hoher und edler Gedanken.
Was Ruht dort unten nicht alles an Größe, an Leidenschaften, an Hoffnungen und Verzweiflung, ein unlösbares Geflecht aus Ideen, Gefühlen und Taten.
In den vorliegenden Texten aus Otto Zierers "Bild der Jahrhunderte" das farbenbunte Dasein vergangener Zeiten wieder beschworen, in dichterischer Gestaltung das Tote zum Leben erweckt werden. Aus den Quellen der Überlieferung, den Zeugnissen dahingegangener Kulturen, aus de, was Erde, Stein und Schrift berichten, ersteht das Bild der Jahrhunderte, begrenzt auf den Kreis der Völker Europas, auf die Menschheit des Abendlandes.
Jahrhunderte sind willkürliche Zeitabschnitte. Aber sie sind für das historische Gefühl zu Zeiträumen mit Eigenleben geworden. Hier wird versucht, aus dem Geschehen eines Jahrhunderts jeweils die wesentlichen und fortwirkenden, das Herz der Zeit treffenden Ereignisse auszuwählen und in einen Zusammenhang zu bringen, der die Gesamtheit des Geschichtlichen Ablaufes verständlich macht.